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Einsteiger 1: Wie erstellt man eine Webseite?


Dies ist der erste Teil einer neuen Serie auf Neandertaler.net. Die Artikel sollen sich an Webmaster-Einsteiger richten die ihre erste Homepage planen bzw. noch am Anfang stehen. In diesem Teil werde ich erstmal theoretisch den typischen Planungszyklus für eine neue Webseite beschreiben. In den nächsten Teilen wird es dann auch etwas praktischer zugehen, von der Wahl des Webhosters bis zu Softwaretipps.

Ich richte mich bei der Themenauswahl auch gerne nach meinen Lesern. Wenn euch ein Thema besonders interessiert, dann hinterlasst doch einen Kommentar oder kontakiert mich im Forum oder per Email.

Der Planungszyklus einer Webseite:

Jeder der noch nie eine Webseite erstellt hat, fühlt sich am Anfang sicherlich überfordert. Neue Begriffe schwirren hin und her und es ist gar nicht klar wo man nun anfangen sollte: Erstmal Texte schreiben? Sich ein Design überlegen? Das zukünftige Projekt bewerben?

Ich habe damals einfach so angefangen, meine Homepage hatte kein Ziel und es ging mir nicht darum eine bestimmte Botschaft ins Netz zu tragen sondern das reine Erstellen der Homepage an sich interessierte mich. Der Rest ergab sich dann nach und nach und auch zehn Jahre später mache ich meistens noch einfach das, was mir Spaß macht.
In dieser komfortablen Lage ist aber nicht jeder neue Webmaster. Meist geht es darum eine Seite für ein fest definiertes Objekt zu erstellen. Sei es ein Verein, das eigene Geschäft oder ein Hobby. In diesem Fall kann die Erstellung wie bei jedem anderen Projekt auch in verschiedene Phasen unterteilt werden:

  • Idee
  • Struktur erarbeiten
  • Design erarbeiten
  • Programmieren
  • Testen und Fehler beheben
  • Werbung
  • weitere Betreuung und Update
Mit den ersten 5 Schritten baut man die Seite auf, die Punkte 6 und 7  dienen der Lebenserhaltung der Website. Obwohl man auch später die ersten 5 Schritte noch öfter wiederholen muss, wenn eine Generalüberholung ansteht oder ein neues Teilprojekt gestartet werden soll.

Schritt 1: Idee
Bevor man die Arbeit anfängt, muss man sich das Endziel genau  vorstellen. Je mehr man mit der Seite vorhat, desto genauer muss man die  Grundidee durchzudenken.

Folgende Fragen müssen beantwortet werden:
  • Wozu soll die Website dienen?
  • Welche Themen soll sie umfassen?
  • Wird die Seite eine Homepage, ein Portal oder etwas anderes?
  • Wodurch soll sich diese Website von anderen ähnlichen Seiten unterscheiden?
  • Welche Zielgruppe soll angesprochen werden? (Alter, Geschlecht, Interessen, etc.)
  • Welcher Service soll angeboten werden? (Forum, Kataloge, Post usw.)
  • Was hat man mit der Seite in der Zukunft vor?
  • Wie sind die Entwicklungsperspektiven?
  • … und noch einige andere Fragen! Eine gute Idee ist schon die halbe Miete!
Schritt 2: Struktur
Erst nach dem man eine genaue Vorstellung der Website hat und diese am  besten auf dem Papier feststeht, kann man die nächste Stufe anpacken.

Ein genauer Fahrplan führt zum Ziel und auch bei einer Webseite ist es nicht  anders. Dieser Plan, den man auf dem Papier aufzeichnet stellt die Struktur der Website dar. Man kann die Struktur in äussere und innere unterteilen. Wenden wir uns zunächst mal der inneren Struktur der Seite  zu. Sie hängt vom Inhalt, den Informationen und Materialien ab.

Nehmen wir als Beispiel eine Homepage. Welche Informationen können da  untergebracht werden? Erzählungen über sich selbst, Fotos,  Kontaktinformationen. Also sieht die innere Struktur der Website  folgendermassen aus:

|-Hauptseite (Erzählung über sich)
|
|-Fotos
|
|-Kontaktinformationen (e-Mail)

Man kann bei der einfachen Struktur bleiben, oder auch eine  kompliziertere Struktur erstellen. Wenn man viele Fotos hat, dann kann  man den Bereich Fotos in Unterbereiche unterteilen. Man kann auch ein  Gästebuch einbauen, um ein Feedback von Besuchern zu erhalten oder  „Meine Interessen“ um mehr von sich preis zu geben.

|-Hauptpage (Erzählung über sich)
|
|-Fotos-|-Am Meer
|-In London
|-Bei den Freunden
|-Meine Interessen-|-Malen -|-Blumen
-|-Landschaften
         -|-Reisen -|-London
-|-Paris
-|-Madrid
|-Gästebuch
|-Kontakt (e-Mail)

Wenn man so einen Fahrplan von Augen hat, dann kann man getrost die Arbeit fortsetzten. Es geht bestimmt nichts verloren!
Die äussere Struktur betrifft die Positionierung einzelner Elemente auf  jeder Seite. Man muss entscheiden, wo und wie werden die Banner, Zähler,  Menü, Suche, Hauptcontent, Vorankündigungen eines Updates usw.  platziert.
Das alles muss man sich genau aufzeichnen, damit man sieht wie diese  Anordnung später aussieht. Die späteren Besucher müssen sich leicht  orientieren können, alle Informationen müssen leicht zu finden sein. Ein  Besuch bei ähnlichen Websites kann sich als sehr hilfreich erweisen.

Schritt 3: Design

Design ist das äussere Aussehen der Website. Das ist die Hülle, die man auf den Inhalt aufsetzt, eine Art Verkaufsverpackung. Davon hängt vieles  ab. Die Besucher beurteilen die Seite nach der Verpackung und wenn sie  nicht ansprechend aussieht, dann gehen die Besucher verloren.
Die Aufmachung einer Seite zeigt dem Besucher wo er gerade gelandet ist:  ist es eine kommerzielle Seite, oder ein Informationsportal, oder eine  Homepage usw. Das Design hilft dem Besucher sich orientieren oder  verunsichert den Besucher so dermassen, dass der irritierte Besucher die  Seite verlässt. Man darf nie vergessen, dass das Äussere genauso  wichtig wie der Inhalt ist.
Man darf nicht den Menschen glauben, dass Design eine Geschmackssache sei. Es ist eine echte Kunst! Um sie zu beherrschen, muss man sich mit  Farben, Schriftarten und grafischen Instrumenten auseinandersetzen.

Schritt 4: Programmieren
Jetzt geht es ans Programmieren. Zum jetzigen Zeitpunkt hat man bereits einen Fahrplan und eine Vorstellung davon, wie die Seite aussehen soll.  Die besonders Harten unter uns werden jetzt HTML, CSS, PERL, PHP und ASP  lernen. Die meisten Programme übernehmen das Programmieren, sodass man  sich auf dieser Ebene bloss mit dem jeweiligen HTML-Editor  auseinandersetzt.
Ist die Seite fertig, so kommt sie ins Netz. In der Vorstufe muss man  sich einen Domainnamen (Adresse) und Hosting (Platz für die Seite)  besorgen. Sobald man die Seite ins Netz gebracht hat, sollte man sie  testen bevor man sie bewirbt.

Schritt 5: Testen und Fehler beheben
Es kommt immer wieder vor, dass man ein Bild oder eine Information vergessen hat. Deswegen ist ein Testlauf sehr wichtig. Man kann auch eine Meinungsumfrage starten und Leute fragen, was ihnen gefällt oder auch nicht. Es gilt zu beachten, dass das was dem Webmaster gefällt nicht auch unbedingt den Besuchern gefallen muss. Oft stellt sich mit der Zeit eine gewisse Betriebsblindheit ein. Sachen die man selbst als äußerst pfiffig empfindet sind für den durchschnittlichen Besucher dann oft nur undurchschaubar und verwirrend. Das Problem ist, dass diese enttäuschten Besucher die Seite nicht nur verlassen und nie wiederkehren, sondern das man in vielen Fällen auch nie erfährt was der Grund für die abwandernden Besucherströme ist. Deswegen ist Feedback, auch wenn es negativ ist, eine unglaublich wertvolle Sache für jeden Webmaster. Am Besten schon vor dem Eröffnen ein paar Freunde fragen ob sie sich die Webseite schonmal anschauen könnten.

Schritt 6: Werbung
Jetzt geht es an die Werbung. Man muss wohl auch zugeben, dass die  Besucheranzahl nicht nur von der Werbung abhängig ist. Die wichtigste  Rolle kommt immer dem Inhalt der Seite zu.
Bevor man eine Werbeaktion startet sollte man sich fragen wozu man die  Werbung überhaupt braucht. Der Nutzen der Werbung hängt von dem gesetzten Ziel ab.

Bevor man sich mit der Werbung beschäftigt, muss man sich überlegen  welches Zielpublikum man ansprechen will, wo dieses Publikum sich  normalerweise aufhält und wie man sie für sich gewinnen kann. Die  Werbung kann dann gezielt platziert werden: in Zeitungen, Zeitschriften,  auf anderen Seiten, in Katalogen usw. Es gibt hier soviele Möglichkeiten, das man sicherlich ganze Bücher mit diesem Thema füllen kann. Das geht von kostenlosem Guerillamarketing auf anderen Seiten bis zu großen On- und Offline Werbekampagnen. Für Webseiten mit begrenztem Budget gilt der Grundsatz: Inhalt, Inhalt, Inhalt!!! Das ist es was zunächst zählt. Um diesen Inhalt dann bekannt zu machen, kann man die Seite mit anderen Seiten verlinken und auf Webseiten seinen Link hinterlassen. Hier gilt es am Ball zu bleiben und eventuell auch mal kreative Wege zu gehen.

Schritt 7: Weitere Betreuung und Update
Egal wie schön und gut die Seite geworden ist, sie muss immer wieder  erneuert werden, sonst wird die Website langweilig und lockt niemanden  mehr an. Die Besucher wollen neue Informationen, Antworten auf ihre  Fragen und Zuschriften usw. Es ist wichtig in Kontakt mit den Besuchern  zu bleiben. Regelmässige Meinungsumfragen können helfen momentane  Stimmungen und Interessen einzufangen. Es ist wichtig immer auf dem  Laufenden zu sein. Man kann auch andere ähnliche Seiten besuchen um sich  neue Ideen zu holen und Trends aufzugreifen. Es gilt immer der  Grundsatz: nur eine aktuelle und originelle Website ist eine gut  besuchte Website!


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